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MTB ZOLLERN-ALB-TOUR
am 17. + 18. September 2011

Am frühen Samstag Morgen um 8 Uhr trafen sich 19 ausgeschlafene Bikerinnen und Biker an der Unterensinger UDEON-Halle um ihr Gepäck in den von Natalie gesteuerten „Großraumtransporter“ zu verladen. Das warten auf Marc, den letzten Teilnehmer hatte ein schnelles Ende, er konnte wegen einer kurzfristig eingefangenen Erkältung leider nicht teilnehmen.

Nach einer kurzen Überführungsfahrt zum Wendlinger Bahnhof standen nun 19, meist einheitlich gekleidete Biker/innen mit Rädern auf dem Bahnsteig und sorgten für erste Aufmerksamkeiten bei den anderen Reisenden. Nach kurzer Bahnfahrt, in Reutlingen angekommen wurden vor dem Bahnhof die Gruppen eingeteilt und erste Gruppenfotos geschossen. Bei der geschlossenen Fahrt durch die belebte Reutlinger Fußgängerzone blieben erste Pöbeleien der Einkaufspassanten nicht aus. Nach diesem viel versprechenden Einstieg kamen wir schnell in den Reutlinger Vorort und zu unserem ersten Aufstieg des Tages. Bei immer steiler und enger werdendem Anstieg teilten sich die Gruppen. Gruppe 1 fuhr geschlossen auf den Reutlinger Hausberg Georgenberg und genoss die herrliche 360-Grad-Aussicht. Gruppe 2 hatte nach ersten kleineren Schwierigkeiten und dem ersten verlorenen Gruppenmitglied  auch schnell die letzten Kehren in Richtung Aussicht geschafft. Nach der wohl verdienten Aussicht wurde der verlorene A aus W per Handy, später mit lautem Rufen geortet und der wartenden Gruppe wieder zugeführt. Nun ging es weiter durch Obstplantagen, quer durch Pfullingen, über die Jahn-Sportanlage und auf dem Radweg nach Unterhausen. Die Schlösslessteige entpuppte sich für manch einen Radler der Gruppe 2 als kräftezährende, nicht Enden wollende Schotterpiste. Endlich oben angekommen gab es eine Pause vor der imposanten Kulisse des Schlösschens Lichtenstein.

Über Wiesenwege, vorbei an einem Steinbruch, über mehrere Wellen ging es für die Radler der Gruppe 2 auf der Hochebene des Sonnenbühls nach Salmendingen und unterhalb des Kornbühls mit der Salmendinger Kapelle weiter zum Dreifürstenstein.     

Gruppe 1, die seit dem Reutlinger Georgenberg mit flotterem Tempo die gleiche Strecke absolvierte, legte in Melchingen eine kurze „Schweinshaxen und LKW-Einheit“ ein. Diese Einkehr wird für den Truppe 1-Guide unvergessen bleiben, da er danach sein super-edles Regenshirt vermisste, das er auf dem Rücken trug. Eine „Metzgerei-Durchsuchung“ brachte das vermisste Stück auch nicht wieder zum Vorschein. Nach diesem kurzweiligen Aufenthalt ging es auf direktem Weg zum lange ersehnten HW 1, und auf diesem zum Dreifürstenstein. Von dort hatten die schnelleren Fahrer nochmals eine ca. 13 km rüttelnde und kräfteraubende HW 1-Piste vor sich. Viele Aussichtspunkte direkt am HW 1-Albtrauf mit tollen Blicken in Richtung Jungingen und Hechingen ließen kurze Verschnaufpausen zu, bevor die flotten Radler nach einer rasanten Abfahrt zur Kaffeepause im „Kaufhaus Schramm“ in Jungingen einschlugen.

Die Gruppe 2 teilte sich am Dreifürstenstein in zwei Gruppen auf, der größere Teil fuhr die gleiche Strecke, die zuvor schon von Gruppe 1 in Angriff genommen wurde und hatten ihre Freude daran, wie man später bei der Kaffeepause sehen und hören konnte. Für die anderen gab es eine kilometerreichere aber weniger anstrengende Variante die fern ab des HW 1 zu einer wilden Serpentinenabfahrt führte, welche noch einmal für Nevenkitzel vor dem Kaffee sorgte.

Natalie, die „Mutter der vielen Taschen“ und ihr Großraumtransporter waren beim Eintreffen der Gruppen bereits vor Ort und hatte sich schon mal mit den ortstypischen Straßenverhältnissen vertraut gemacht. Bei Kuchen , Kaffee und Bio-Getränken erholte sich die Truppe, der ein oder andere brauchte ein „Mützchen voll Schlaf“ auf dem Rasen vor „Pippi Langstrumpfs Kaufhaus Schramm“.

Ab Jungingen wurden drei Gruppen gebildet. Eine Gruppe fuhr direkt auf dem Radweg nach Hechingen zum Quartier, die anderen zwei Gruppen fuhren die gleichen Strecken mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf immer steiler werdendem Weg in Richtung Himberg, die letzten 90 Höhenmeter mussten schiebender Weise mit mehreren Atempausen bewältigt werden. Oben angekommen wurden die Gruppen wieder mit dem bekannten HW 1 begrüßt. Auf diesem Weg ging es zum Hangenden Stein mit seinem grandiosen Ausblick, weiter auf den Raichberg, zum Nägelehaus und zu Fuss auf den Aussichtsturm. Bei einem 360 Grad Rundumblick erspähten wir neben der Bug Hohen Zollern auch die ersten dunklen Wolken. Jetzt ging es zum wohl bekanntesten Aussichtspunkt dieser Gegend, dem „Zeller Horn“, auch uns begeisterte der Ausblick zur Burg Hohen Zollern.

Nachdem wir zum Zollersteighof geradelt waren stand noch eine letzte Herausforderung auf dem Programm. Unsere Abfahrt hinunter zur Hexenlinde führte uns über einen Wanderweg, der auch vom Wasser nach regenreichen Tagen heimgesucht wird, was die Sache nicht erleichterte. Bei manch einem sah es so aus als würde er auf einem wilden Stier reiten, der ihn jederzeit abwerfen könnte. Ausgewaschen und leicht verblockt war dieser Weg ein echtes „Schmanckerl“ bevor wir auf einfacher Waldabfahrt zur Straße nach Hechingen und zu unserem Hotel kamen.

Auch Natalie war wieder da und hatte schon mal den Hausboy zum Taschenschleppen animiert. Die Zimmer waren schnell bezogen und alle warteten hungrig auf das „Mediterrane Menü“, bei einem reichhaltigen türkischem Abendessen vom Buffet und so manchem erfrischenden Blonden wurde der Tag noch einmal durchlebt, so nach und nach lichteten sich die Reihen im Speisesaal.
Zu einer nicht alltäglichen Herausforderung für einige „Hardcore-Biker“ wurde das Durchhalten bis 24 Uhr, dem Geburtstag zweier Teilnehmer, der mit Herzlichen Glückwünschen und etlichen „Rakkis“ gebührend gefeiert wurde. Danach ging’s auch für die Letzten in die Falle zum Ausruhen, was allerdings durch die Sägearbeiten in manchem Zimmer erheblich erschwert wurde.

Sonntag = Regentag, nach reichhaltigem Frühstück und nicht besser werdenden Wetteraussichten entschlossen wir uns zunächst einmal zum Bahnhof Hechingen zu radeln. Dort angekommen teilte sich die Gruppe in unerschrockene und wasserscheue Radler. Die vier unerschrockenen fuhren auf dem schnellsten Weg in Richtung Tübingen davon. Die anderen lösten ein Gruppenticket nach Wendlingen. Auf der Fahrt nach Tübingen wurde es in dem kurzen Regionalzug ziemlich eng, was so manchen Fahrgast wohl an seine Beweglichkeitsgrenzen brachte. Na ja, immerhin waren kurz mal 15 Radler mit Material zugestiegen. Ein nach uns zugestiegener Fahrgast meinte, nachdem er sich unter Ärger mit rotem Kopf reingequetscht hatte: Bei solch einem Wetter muss man ja auch nicht Rad fahren. Worauf wir nur antworteten: Darum sind wir ja auch hier im Zug. (Tja Kollege, dumm gelaufen, hättest auch die Klappe halten können). In Tübingen auf dem Bahnsteig angekommen wollten weitere 11 Radler die letzten verbleibenden Kilometer nach Unterensingen auf den Bike’s hinter sich bringen. Also rauf auf die Räder und auf dem Neckartalradweg nach Unterensingen. Die letzten vier fuhren ihr Billetle nach Wendlingen ab. In unserem Heimatlokal „Löwen“ erwartete uns ein Aperol -Spritz als Finisher-Drink, der trotz der letzten nassen Kilometer lecker mundete.

Fazit: Ein super erster Tag, mit unvergesslichen Ausblicken in unbekanntem Terrain mit bis zu 82 km und 1700 HM, ein zweiter Tag, mit unterschiedlichsten Eindrücken auf regennassen Radwegen und der Erkenntnis, dass man solch ein Wochenende auch mal mit einer Zugfahrt beenden kann.

Mit Dank an alle Teilnehmer
Andi Kirchmaier


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